Ausführungsplanung richtig verstehen - Pläne, Kosten und Haustechnik

21. Oktober 2026

HOAI Leistungsphase 5: Ausführungsplanung. Detaillierte Pläne für die Bauausführung.

Inhaltsverzeichnis

Auf der Baustelle entscheidet sich oft schon vor dem ersten Handgriff, ob ein Projekt ruhig läuft oder ständig neue Fragen produziert. In der Leistungsphase 5 wird aus dem genehmigten Entwurf eine ausführungsreife Planung mit Details, Maßen und abgestimmter Haustechnik. Ich zeige, welche Unterlagen entstehen, welche Aufgaben Architekt und TGA-Planer übernehmen, wie die Kosten einzuordnen sind und woran Bauherren eine wirklich brauchbare Ausführungsplanung erkennen.

Die Ausführungsplanung schafft Klarheit für die Baustelle

  • Zweck: Aus Entwurf und Genehmigung werden konkrete Angaben für die Ausführung.
  • Planungsmaßstab: Gebäudepläne reichen häufig von 1:50 bis zu Detailzeichnungen im Maßstab 1:1.
  • Haustechnik: Leitungen, Schächte, Durchbrüche, Dimensionen und Anschlüsse müssen gewerkeübergreifend zusammenpassen.
  • HOAI-Anteil: Für Gebäude und Innenräume sind 25 Prozent, für technische Ausrüstung 22 Prozent des jeweiligen Honorars vorgesehen.
  • Wichtig: Montage- und Werkstattpläne der ausführenden Firmen sind nicht automatisch Bestandteil jeder Grundleistung.

Technische Pläne für Heizung, Sanitär und Entwässerung, inklusive Isometrie und Schemata. Dies sind Auszüge aus der Leistungsphase 5 der Planung.

Was in der Leistungsphase 5 tatsächlich passiert

Die Ausführungsplanung ist die Brücke zwischen dem schönen Entwurf und der praktischen Umsetzung. Aus einer Wand im Grundriss wird jetzt ein genau definierter Aufbau mit Material, Schichtdicke, Anschluss und Einbauhöhe. Fehlen diese Angaben, muss das ausführende Unternehmen auf der Baustelle entscheiden. Genau dort entstehen häufig Nachträge, Verzögerungen und Qualitätsprobleme.

Nach der HOAI werden die Ergebnisse aus Entwurfs- und Genehmigungsplanung so weit durchgearbeitet, dass eine ausführungsreife Lösung entsteht. Dazu gehören zeichnerische und textliche Einzelangaben, Detail- und Konstruktionszeichnungen sowie die Koordination der Beiträge anderer Planungsbeteiligter.

Für ein Einfamilienhaus kann das beispielsweise bedeuten, dass Wandaufbauten, Fensteranschlüsse, Abdichtungen, Treppen, Dachdetails und Innenausbau präzisiert werden. Bei einem Bürogebäude kommen zusätzlich komplexe Fassaden-, Brandschutz- und Ausbauanschlüsse hinzu. Der Detaillierungsgrad hängt deshalb stark von Gebäudeart, Nutzung und technischer Komplexität ab.

Der Unterschied zur Genehmigungsplanung

Die Genehmigungsplanung beantwortet vor allem die Frage, ob ein Vorhaben öffentlich-rechtlich zulässig ist. Die Ausführungsplanung beantwortet dagegen, wie genau gebaut wird. Ein genehmigter Grundriss zeigt zum Beispiel die Lage eines Fensters, aber noch nicht zwingend den exakten Anschluss an die Fassade oder die Ausbildung der inneren Laibung.

Ich sehe in Projekten immer wieder, dass Bauherren beide Stufen gleichsetzen. Das rächt sich spätestens bei der Vergabe oder während der Ausführung, weil Firmen unterschiedliche Annahmen treffen und Angebote deshalb nur schwer vergleichbar sind.

Welche Pläne und Angaben Bauherren erwarten sollten

Eine gute Ausführungsplanung besteht nicht aus einem einzigen Plan, sondern aus einem abgestimmten Paket. Für Gebäude und Innenräume nennt die HOAI unter anderem Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen. Bei Gebäuden liegen diese häufig im Maßstab 1:50, wichtige Anschlüsse werden je nach Bedarf in 1:20, 1:10, 1:5 oder 1:1 dargestellt.

Unterlage Wofür sie gebraucht wird
Grundrisse, Schnitte und Ansichten Sie zeigen Geometrie, Höhen, Öffnungen, Bauteile und Einbausituationen.
Detailzeichnungen Sie klären kritische Anschlüsse wie Fenster, Dach, Sockel, Balkon oder Abdichtung.
Tür- und Fensterpläne Sie definieren Maße, Öffnungsrichtungen, Anschlüsse und technische Anforderungen.
Wand- und Deckenaufbauten Sie machen Schichten, Materialien, Dämmung und Oberflächen nachvollziehbar.
Schlitz- und Durchbruchspläne Sie legen fest, wo Leitungen durch Wände und Decken geführt werden dürfen.
Fortgeschriebener Terminplan Er zeigt, wann Planungsergebnisse und Entscheidungen für die Gewerke benötigt werden.

Die Liste ist nicht bei jedem Projekt identisch. Entscheidend ist, ob die Unterlagen ausreichen, damit ein Unternehmen seine Leistung eindeutig kalkulieren und fachgerecht ausführen kann. Ein hübsch ausgearbeiteter Plan ohne Angaben zu Anschlüssen ist in der Praxis weniger wert als eine nüchterne, aber vollständige Detailzeichnung.

Was nicht automatisch enthalten ist

Montage- und Werkstattpläne werden in der Regel von den ausführenden Unternehmen erstellt. Bei der technischen Ausrüstung gehört zur Grundleistung des Fachplaners jedoch unter anderem das Prüfen und Anerkennen solcher Pläne auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung. Umfangreiche Sonderdetails, besondere Leerrohrplanungen oder allpolige Stromlaufpläne können als besondere Leistungen separat vereinbart werden.

Warum die Haustechnik in dieser Phase besonders sorgfältig geplant werden muss

Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Gebäudeautomation brauchen Platz. Leitungen verlaufen durch Decken, Schächte und Wände, während Tragwerk, Brandschutz und Innenausbau dieselben Flächen beanspruchen. In der technischen Ausführungsplanung werden deshalb Dimensionen, Leitungswege, Anschlüsse und Durchbrüche konkretisiert und mit der Objektplanung abgestimmt.

Bei der Wärmeversorgung geht es beispielsweise um Rohrdimensionen, Verteiler, Heizflächen, Dämmung und die Position der Technik. Bei der Lüftung kommen Kanalquerschnitte, Revisionsöffnungen, Brandschutzklappen und Schallschutz hinzu. Für die Elektroplanung sind unter anderem Verteiler, Stromkreise, Beleuchtung, Steckdosen, Datenleitungen und gegebenenfalls Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur relevant.

Die HOAI sieht für die technische Ausrüstung in dieser Stufe das Fortschreiben von Berechnungen und Bemessungen, die zeichnerische Darstellung der Anlagen, die Anpassung von Funktions- und Strangschemata sowie die Abstimmung mit Architekt und anderen Fachplanern vor. Montage- oder Werkstattpläne sind davon zu unterscheiden und werden nicht automatisch durch die Fachplanung ersetzt.

Ein typisches Beispiel aus dem Wohnungsbau

Eine Wärmepumpe wirkt im Entwurf zunächst wie ein einzelnes Gerät. In der Ausführungsplanung müssen aber auch Aufstellfläche, Schallschutz, Leitungsführung, Kondensat, Stromversorgung, Wartungszugang und die Verbindung zur Heizungsverteilung berücksichtigt werden. Wird nur das Gerät geplant, aber nicht sein Umfeld, entstehen später kostspielige Anpassungen.

Besonders wichtig finde ich die Koordination der Decken und Schächte. Ein Installationsschacht, der in der Architektur zu klein angesetzt wurde, lässt sich nach dem Betonieren nicht elegant vergrößern. Gute Planung spart hier nicht nur Geld, sondern verhindert sichtbare Kompromisse wie abgehängte Decken, verkleidete Leitungen oder nachträgliche Wandaufbrüche.

Wie die Gewerke in der Ausführungsplanung zusammenfinden

Die größte Herausforderung liegt selten in einem einzelnen Plan. Sie liegt an den Schnittstellen zwischen den Gewerken. Ein Lüftungskanal kann mit einem Unterzug kollidieren, eine Fallleitung kann im Türbereich liegen oder eine Elektrotrasse kann den Platz für die Dämmung verringern.

Deshalb sollten die Beteiligten nicht nur ihre eigenen Pläne zeichnen, sondern sie regelmäßig gemeinsam prüfen. In größeren Projekten geschieht das zunehmend über ein BIM-Modell, also ein digitales Gebäudemodell mit geometrischen und technischen Informationen. Das Modell ersetzt allerdings nicht die fachliche Prüfung. Ein virtuell sichtbarer Konflikt ist nur dann gelöst, wenn auch eine technisch, gestalterisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternative festgelegt wurde.

  • Architektur: Räume, Bauteile, Ausbau, Öffnungen und gestalterische Anforderungen.
  • Tragwerksplanung: Tragende Bauteile, Lasten, Bewehrung und zulässige Durchdringungen.
  • TGA-Planung: Anlagen, Leitungen, Schächte, Dimensionen und technische Anschlüsse.
  • Brandschutz: Abschottungen, Fluchtwege, Bauteilanforderungen und Leitungsdurchführungen.
  • Ausführende Firmen: Montage- und Werkstattplanung, sofern sie beauftragt und erforderlich ist.

Eine kurze Planungsbesprechung mit klarer Entscheidungsliste ist oft wirksamer als viele Einzelkorrekturen per E-Mail. Ich empfehle, offene Punkte mit Verantwortlichem und Termin zu dokumentieren. So bleibt nachvollziehbar, wer welche Schnittstelle bis wann klärt.

Wie lange dauert die Phase und wie wird sie vergütet

Eine feste Dauer gibt es nicht. Für ein einfaches Einfamilienhaus kann die Ausführungsplanung einige Wochen beanspruchen, während bei einem größeren Wohn- oder Gewerbeprojekt mehrere Monate realistisch sind. Maßgeblich sind unter anderem die Zahl der Fachplaner, die Komplexität der Haustechnik, die Qualität der Vorplanung und die Geschwindigkeit von Freigaben.

Nach dem Leistungsbild der HOAI wird die Leistungsphase für Gebäude und Innenräume mit 25 Prozent des Honorars bewertet. Für die technische Ausrüstung sind 22 Prozent vorgesehen. Diese Prozentsätze beziehen sich auf den jeweiligen Planungsbereich und nicht auf die gesamten Baukosten. Die konkrete Vergütung hängt unter anderem von anrechenbaren Kosten, Honorarzone, Leistungsumfang und vertraglicher Vereinbarung ab.

Planungsbereich Bewertung der LPH 5 Praktische Bedeutung
Gebäude und Innenräume 25 Prozent Ausführungs- und Detailplanung der baulichen Lösung
Technische Ausrüstung 22 Prozent Auslegung, Zeichnung und Koordination der technischen Anlagen
Tragwerksplanung 40 Prozent Ausführungsplanung des Tragwerks innerhalb des entsprechenden Leistungsbildes

Bei Angeboten prüfe ich deshalb nicht nur die Prozentzahl, sondern vor allem die Beschreibung der Leistung. Stehen Detailplanung, Schlitz- und Durchbruchspläne, Koordination, Planprüfung und Fortschreibung ausdrücklich dabei? Fehlen solche Angaben, kann ein scheinbar günstiges Angebot später durch Zusatzleistungen deutlich teurer werden.

Diese Fehler machen die Ausführung unnötig teuer

Der häufigste Fehler ist ein zu früher Baustart. Wenn wesentliche Details noch offen sind, werden Entscheidungen unter Zeitdruck auf der Baustelle getroffen. Das führt zu Nachträgen, Umplanungen und uneinheitlichen Ausführungen.

Ebenso problematisch ist eine Planung, die nur die sichtbare Architektur betrachtet. Eine schöne Küche braucht Anschlüsse, eine abgehängte Decke braucht Platz für Leitungen und ein Technikraum braucht Wartungsflächen. Werden diese Anforderungen erst nach der Vergabe besprochen, sind Änderungen meist deutlich teurer als eine saubere Abstimmung am Schreibtisch.

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Eine praktische Prüfung vor der Freigabe

  • Sind alle Räume, Höhen, Öffnungen und Bauteilaufbauten eindeutig dargestellt?
  • Sind Fenster, Türen, Abdichtungen und Wärmebrücken konstruktiv geklärt?
  • Passt die Haustechnik zu Schächten, Decken, Tragwerk und Brandschutz?
  • Sind Revisionsöffnungen und Wartungsflächen erreichbar?
  • Sind die Angaben in Architektur-, Tragwerks- und TGA-Plänen widerspruchsfrei?
  • Ist klar, welche Planstände für Ausschreibung und Ausführung verbindlich sind?
  • Sind besondere Leistungen und Planprüfungen vertraglich beschrieben?

Ein Planstand sollte erst dann freigegeben werden, wenn die offenen Punkte überschaubar und dokumentiert sind. Kleine redaktionelle Korrekturen sind normal. Ungeklärte Leitungswege, fehlende Durchbrüche oder widersprüchliche Höhen gehören dagegen vor den Baubeginn gelöst.

Eine gute Ausführungsplanung zeigt sich an den Details

Die Qualität dieser Phase erkennt man nicht daran, wie viele Pläne in einem Ordner liegen. Entscheidend ist, ob die Unterlagen den Beteiligten verlässliche Entscheidungen ermöglichen und ob die wichtigsten Schnittstellen zwischen Baukonstruktion und Haustechnik geklärt sind.

Für Bauherren lohnt es sich, vor der Beauftragung den Leistungsumfang schriftlich zu prüfen und ausreichend Zeit für Freigaben einzuplanen. Meine Erfahrung ist klar: In die Ausführungsplanung investiertes Geld schützt vor deutlich teureren Entscheidungen auf der Baustelle. Wer hier gründlich arbeitet, schafft die beste Grundlage für Kostenkontrolle, saubere Gestaltung und einen reibungsloseren Bauablauf.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Typisch sind Grundrisse, Schnitte und Ansichten, Detailzeichnungen, Tür- und Fensterpläne sowie Angaben zu Wand- und Deckenaufbauten. Kritische Anschlüsse können je nach Bedarf in den Maßstäben 1:20, 1:10, 1:5 oder 1:1 dargestellt werden.

Leitungswege, Dimensionen, Anschlüsse und Durchbrüche werden mit Schächten, Decken, Tragwerk, Brandschutz und Innenausbau koordiniert. Dabei müssen auch Revisionsöffnungen, Wartungsflächen und mögliche Konflikte zwischen den Gewerken geklärt werden.

Für Gebäude und Innenräume sind 25 Prozent des jeweiligen Honorars vorgesehen, für technische Ausrüstung 22 Prozent und für die Tragwerksplanung 40 Prozent. Die konkrete Vergütung hängt zusätzlich unter anderem von anrechenbaren Kosten, Honorarzone, Leistungsumfang und Vertrag ab.

In der Regel erstellen die ausführenden Unternehmen diese Pläne. Bei der technischen Ausrüstung gehört zur Grundleistung des Fachplaners unter anderem, solche Pläne auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung zu prüfen und anzuerkennen. Umfangreiche Sonderdetails oder besondere Planungen können separat vereinbart werden.

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Maria Schröder

Maria Schröder

Ich bin Maria Schröder und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Kreativität, Architektur und Wohnkultur. Meine Leidenschaft dafür begann schon früh, als ich fasziniert davon war, wie Räume nicht nur funktional, sondern auch inspirierend gestaltet werden können. Auf hansefrosch.de teile ich meine Erkenntnisse und versuche, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, sei es bei der Analyse aktueller Wohntrends, der Vorstellung innovativer architektonischer Konzepte oder der Entdeckung neuer kreativer Ansätze. Dabei lege ich Wert auf fundierte Informationen und eine klare Darstellung, um Ihnen nützliche Einblicke und Anregungen für Ihr eigenes Umfeld zu bieten.

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